CLAUDIA TOLUSSO

Bühnen- und Kostümbildnerin & Raumkunst

...Stück: Schattmatt

Theater an der Mürg
Autor: aus dem Roman von C.A. Loosli

Projektbeschreibung

Oft schicken simple Sichtweisen von Täterschaft und Strafe einen neuen Impuls aus, der irgendwann nach Vergeltung oder Aufarbeitung sucht . Ob wir wollen oder nicht, sind wir aufs Engste auf Gedeih und Verderb mit unserer Sippe verbunden. So wie man auf Wellen des Guten und Gesunden reiten kann, müssen wir auch die Vorstellung zulassen, dass verborgene Abgründe und Jauchegruben, wie weit sie auch zurück liegen mögen, ihre Energien ausüben. Knacks und Zwänge, Verdrehtes und Verhärmtes werden wie das Gute ebenso über Generationen weiter gegeben. Und irgendwann brechen solche Ströme von «Unterweltenergien» auf. Die Leidtragenden sind dann jene, die mit der eigentlichen Ursituation nichts zu tun haben. Darum können sie schwer verstehen, was mit ihnen geschieht. Aber irgendwann muss eben aufgearbeitet werden ...


Theater, darstellende Künste, Bühne, Ausstattung

Mit der Uraufführung von «Schattmatt» wurde ein Theaterabend geschaffen, der dem Roman «Die Schattmattbauern» von C. A. Loosli sehr nahe kommt. Wie der Titel schon sagt, geht es um eine Familiengeschichte. Diese zeigt sich auf der Bühne in verschiedenen Zeitwelten und über mehrere Generationen hinweg. Loosli erzählt uns, wie sich ein urgesunder Mensch aus den Angeln heben lässt. Die eigentlich gut gemeinten Strukturen der Justiz helfen dabei ebenso wie die doppelzüngige Stimme des Volkes. Alle wollen, dass möglichst schnell ein Schuldiger dingfest gemacht wird. Dann könnte man zur Tagesordnung übergehen, im vermeintlichen Glauben, dem Bösen einmal mehr Einhalt geboten zu haben. 

Die Nähe zu Looslis Roman erreichen wir weiter dadurch, dass wir das Geschehen auf der Schattmatt sowohl auf einer epischen als auch auf einer spielerischen Ebene vorwärts treiben. In der Bearbeitung von Simon Ledermann gibt es zudem nicht nur einen Erzähler: Rund zehn Figuren sind es, die uns durch die Geschichte führen. Weil unser Sprechchor ohnehin als Vermittler zwischen der Gegenwart und der (unteremmentaler) Vergangenheit fungiert, gibt er eine eigentümliche Mischung aus Männerchor, Jodelclub und Gesangsverein ab. 


Bühnenkünste, Bühne, Kostüm, Regie, Schauspiel

Wo: Theater an der Mürg
Wann: 2011
Wer: Theatergesellschaft Stans

Produktion: Stanser Theater 
Regie: Hannes Leo Meier
Musik: Christov Rolla
Bühne: Claudia Tolusso 
Kostüm: Irene Stöckli 
Beleuchtung: Martin Brun
Spieler: Ensemble Stanser Theater 

Fotos: Ben Hochreutener / Emanuel Wallimann

www.theaterstans.ch


Presse

Das Bühnenbild von Claudia Tolusso schafft mit einfachen Mitteln viel Atmosphäre: Der Vorplatz zum Bauernhaus ist nicht befestigt, sondern wie zu Zeiten um 1893, dem Jahr der Handlung, gekiest. Wenn die Akteure darüber gehen, knirscht es unter ihren Schuhen. Ein weisses Tuch wird auf den Boden gelegt und bedeckt die Szene in der Fantasie der Zuschauer mit Schnee. Drei meterhohe Wände markieren eine fensterlose Zelle im Untersuchungsgefängnis. Die gleichen Kulissen stellen später die hohen Schreibpulte für das Geschworenengericht dar. Im Gegensatz dazu wirkt das Wohnhaus in der Schattmatt wie ein grosses Puppenhaus. ONZ 15. Feb. 2011

Das gelungene Bühnenbild von Claudia Tolusso zeigt mal puristische Abstraktheit und dann wieder geborgene Gemütlichkeit durch beleuchtete Fenstersimse. Beachtlich auch die Darstellung der Verhandlung: Geschworene und Richter sitzen hoch über dem Angeklagten zu Gericht. NZZ

NZZ Zeitungsbericht 2011 / Schattmatt beeindruckt tief (pdf)
ONZ Zeitungsbericht 2011 / Grosses Drama in einer kleinen Welt (pdf)


Technik, Bühne, Licht, Spezialeffekte, Projektion